Aufarbeitung Handhebeldraisine


Die Draisine befindet sich im Privateigentum und wurde der HEG als Leihgabe überlassen. Ihre Aufarbeitung wurde mit tatkräftiger Unterstützung des sci:moers in wenigen Wochen bewältigt.
Seit 2010 hat der Eigentümer die Draisine andernorts untergebracht.
 

Die Draisine war in einem bedauernswerten Zustand.

Das Holz war zum größten Teil morsch und geborsten. Außerdem hatte sie nur knapp einen Brand überlebt, der bereits an ihr nagte.
   

 

Die Antriebsteile aus Metall konnten glücklicherweise gerettet werden.

Vor den Dampflokradsätzen liegen die bereits grundierten Räder, die Achsen und das gusseiserne Zahnrad mit angesetzter Kurbel. An der Kurbel ist die Pleuelstange montiert.

 

Ebenso konnten die metallischen Halterungen der Sitzflächen gerettet werden, die - hier zu erkennen - bereits grundiert wurden.

Die noch gut erhaltene Halterung aus Hartholz für die Schwinge wurde aufgearbeitet und ist somit heute noch im Original vorhanden.
Einseitig sind an dem Holzgestell mit einem Spalt zwei Flacheisen montiert. Der Spalt dient später als Führung für den Handbremshebel. In den Flacheisen sind mehrere Löcher angebracht, durch die ein Splint gesteckt werden kann. Mit seiner Hilfe wird der Bremshebel in Abhängigkeit des Abnutzungsgrades der Bremsklötze in verschiedenen Positionen festgelegt und die Draisine gegen Wegrollen gesichert.

 

Das Grundgestell musste vollständig neu aufgebaut werden.

Gut zu erkennen sind die vier Hauptträger, die in Fahrtrichtung der Draisine verlaufen. Sie sind an den Enden bereits abgerundet und dienen damit auch als Griff zum Transport außerhalb der Schienenwege. An den äußeren Trägern sind die Achsen montiert, wogegen das gusseiserne Zahnrad mit der Kurbel nur an den mittleren Trägern angebracht wird.
Die Lage der Hauptträger wird über die darüber liegenden Querträger fixiert. Sie dienen später auch als Grundlage für die Bodenbretter.

 

Heute kaum noch vorstellbar:
Die mechanischen Teile des Antriebes werden nicht durch Metallkonstruktionen zueinander fixiert, sondern lediglich am Grundgestell aus Holz befestigt.

Unten rechts im Bild befindet sich das Zahnrad der angetriebenen Achse.
Leider nur schlecht zu sehen ist die Kurbel, die zur Übertragung der Antriebskraft mit dem großen Zahnrad verbunden ist. Sie ist unterhalb der beiden Bolzen zwischen dem Holzträger und dem großen Zahnrad zu erkennen. Von der Kurbel verläuft die Pleuelstange nach oben links.

 

Die Antriebsmechanik, gehalten durch das noch original vorhandene Holzgestell.

Um die starken Kräfte, die auf das Holzgestell wirken, besser aufnehmen zu können, wird dieses von sechs Rundeisen stabilisiert.
Oben sehr gut zu erkennen ist die Schwinge, welche durch Muskelkraft im Wechsel auf und ab bewegt werden muss. Links im Holzgestell ist der obere Teil der Pleuelstange zu erkennen. Sobald diese mit der Schwinge verbunden wird, werden mit ihr die Auf- und Abbewegungen auf die Kurbel übertragen und in eine Kreisbewegung umgewandelt, die ihrerseits über die Räder die Draisine in Bewegung setzt.

 

Auch die Bremsklötze wurden früher aus Holz gefertigt.

Die Holzklötze, die dem Raddurchmesser angepasst wurden, kamen übrigens nicht nur an Draisinen zum Einsatz, auch Güter- und Personenwaggons wurden früher mit Holzklotzbremsen ausgestattet. Aufgrund der geringen Geschwindigkeiten welche die Fahrzeuge damals hatten, war diese Technik aber auch vollkommen ausreichend.

 

Langsam nimmt die Draisine wieder Form an. Der Boden ist fast vollständig wieder hergestellt und die seitlichen Halterungen für die Sitzbänke bereits montiert.

 

Kurz vor der Fertigstellung:

Es fehlt nur noch eine Rückenlehne.
Nachdem auch die letzten Sitzplätze wieder vorhanden sind..

 

... macht sich das Restaurations-Team auf den Weg ...

 

... um eine Probefahrt zu unternehmen, die erfolgreich beendet wurde.

Somit konnte die Draisine gerade noch pünktlich zu den Festivitäten zum 5ten Geburtstag der HEG der Öffentlichkeit präsentiert werden.